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Fachtagung "Web 2.0" und Preisverleihung PlusPunkt KULTUR
Am Freitag, 04. Dezember 2009, fand im Jugendkulturzentrum PUMPE das Fachforum „Web 2.0 – Potentiale für Kulturelle Bildung und Engagement“ statt. Zudem wurden im Rahmen der Veranstaltung die Preisträgerinnen und Preisträger des Wettbewerbes PlusPunkt KULTUR geehrt.

10.15 Uhr – Begrüßung durch Katrin Brademann, BKJ e.V.

Die Vorstandsvorsitzende der BKJ e.V. beschrieb die Situation, in der sich viele Pädagoginnen und Pädagogen heute befänden, als schwierige Herausforderung, die es zu bewältigen gälte. Die Informationsflut sei für alle manchmal schwer zu bewältigen und die Jugendlichen den Pädagoginnen und Pädagogen, was die Routine im Umgang mit Medien und virtuellen Welten angeht, oft weit voraus. Es sei daher an den Gästen, den Jugendlichen in diesen Bereichen zu folgen. Die Tagung solle dabei helfen, die Möglichkeiten, die das Internet und seine verschiedenen Funktionen bieten besser auszuschöpfen und aber auch die Grenzen dieser Instrumentarien der Kulturarbeit zu erkennen.
Jürgen Ertelt
Jürgen Ertelt: "Es geht zu viel um Befürchtungen"  
10.45 – Impulsreferat von Jürgen Ertelt, IJAB e.V.
„Internet und Gesellschaft werden eins“

Unter dem Titel „Gesellschaft 2.0? Veränderungen und Herausforderungen durch das Web 2.0“ stimmte der Projektkoordinator von Jugendonline auf die verschiedenen Themenbereiche ein und plädierte für eine weniger angstbetonte und mehr chancenorientierte und neugierige Auseinandersetzung mit dem Web 2.0 und seinen Möglichkeiten.

Um die Bedeutung dieser intensiven Auseinandersetzung für Pädagoginnen und Pädagogen klar zu machen, zitierte er einige aktuelle Studien zur Mediennutzung Jugendlicher. So könnten sich laut der aktuellen JIM-Studie mehr Jugendliche ein Leben ohne den Lebenspartner vorstellen, als ohne Handy oder Internet. Mit zahlreichen Beispielen verschiedenster Art und Tragweite zeigte er den Gästen, welche Bedeutung das Web 2.0 in der Welt der Jugendlichen in Bezug auf private und offizielle Organisation und Darstellung spielt.

Zum Abschluss stellte er klar: Wer die Entwicklungen mitleben und verstehen möchte, müsste sich selbst hinein begeben und seinen eigenen Zugang finden, „als Zaungast versteht man es nicht“. Das Internet böte Chancen pädagogisch zu wirken, doch man müsse den richtigen Weg finden.

Vieles wird noch passieren oder ist erst im Entwurf – Ertels Kritik ist, dass der Dialog dennoch bereits von Befürchtungen und Ängsten geprägt ist, statt die schönen, bereits vorhandenen Ansätze aufzugreifen. Mit diesem Plädoyer entließ er die Besucherinnen und Besucher der Fachtagung in die vier verschiedenen AG´s.
Daniela Bamberger
  Daniela Bamberger präsentiert die eigenen Konzepte
11.15 Uhr/13.15 Uhr – Arbeitsgruppen

Die Gäste konnten sich in den zwei Durchläufen der Arbeitsgruppen für jeweils eines der vier Themen entscheiden.

AG 1 – „Bedeutung, Nutzen und Grenzen von social networks“, Daniela Bamberger

Die Contentmanagerin des Städel Museums und der Liebighaus Skulpturensammlung in Frankfurt/Main stellt in ihrer Arbeitsgruppe die verschiedenen Web 2.0 Aktivitäten der beiden Kultureinrichtungen vor und beschrieb deren Strategien und Zielsetzungen. Ein „best practice“-Beispiel von Online-Marketingstrategien mit dem Ziel, eine neue Zielgruppe auf sich aufmerksam zu machen und so ein jüngeres Publikum zu erschließen.

Anhand der verschiedenen Aktivitäten gab sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr praxisbezogene, konkrete Tipps und Angaben zu den verschiedenen Vorgehensweisen, Zeit- und Personalaufwand sowie rechtlichen Rahmenbedingungen.


AG 2 – „Online Volunteering – Grenzenloses Engagement“, Hannes Jähnert

Das Konzept der Freiwilligenarbeit über das Internet ist noch relativ neu. Der Dozent und freie Mitarbeiter in der Akademie für Ehrenamtlichkeit stellte diese neue Entwicklung vor und diskutierte mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern den praktischen Nutzwert, die Möglichkeiten und die Organisation solcher Konzepte.
Nicole Simon
Nicole Simon: "Twitter ist sexy!"  
AG 3 – „Es zwitschert von allen Dächern – das Phänomen Twitter“, Nicole Simon

Kurznachrichtendienst Twitter hat es im Jahr 2009 geschafft, in den Medien ständig im Gespräch zu bleiben und heiß diskutiert zu werden. Auch die Unternehmens- und Organisationsberaterin Nicole Simon hat sich mit dem Thema intensiv befasst und die Ergebnisse ihrer Arbeit im Handbuch „Twitter – Mit 140 Zeichen zum Web 2.0“ veröffentlicht.

In ihren Ausführungen pries sie Twitter als eine Art Lernumgebung für Web2.0-Anfänger, als „Minigolf in einer Welt voller Golf-Profis“. Leichte Bedienbarkeit, Mobilität, geringer Zeitaufwand und die Überschaubarkeit machten ihrer Meinung nach Twitter zur perfekten Spielwiese für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Branchen, um Web2.0-Marketing zu testen und den Einstieg zu finden.

Dabei formulierte sie klare Regeln und Richtlinien, gab konkrete Tipps, nannte die wichtigsten Adressen und machte allen Anwesenden Mut, den Schritt zu wagen und die Möglichkeiten für die ganz persönlichen Zielsetzungen auszutesten.

In einer Fragerunde war es dann möglich, auf die individuellen Problemstellungen und Erfahrungen einzugehen. Mit dem ein oder anderen Hinweis konnten noch vor Ort erste Lösungsansätze gefunden werden.


AG 4 – „Kommunikation 2.0 – Warum Weblogs für Projektarbeit und für Einrichtungen (...) sinnvoll sind“, Karin Janner

Die Kulturmanagerin und Marketingberaterin stellte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Arbeitsgruppe die verschiedenen Werkzeuge und Möglichkeiten vor und erklärte womit konkrete Zielsetzungen erreicht werden können. Schlagwörter wie Besuchermotivation und –einbindung, Imageverbesserung, Steigerung des Bekanntheitsgrades und Zielgruppenansprache wurden hier mit Leben gefüllt und mit konkreten Strategien und Vorgehensweisen verbunden. Der Fokus lag dabei immer auf den Einsatzmöglichkeiten im Kultur- und Bildungsbereich.
Matthias Riesterer
  Matthias Riesterer: "Wer teilhaben kann, entscheidet auch mit."
15.00 Uhr – Preisverleihung PlusPunkt KULTUR

Im Rahmen von PlusPunkt KULTUR werden 30 Preise für Projektideen vergeben, die freiwilliges Engagement fördern, Brücken bauen und für ein globales Verantwortungsgefühl sensibilisieren.

Matthias Riesterer, Referent PlusPunkt KULTUR, führte die Gäste in die Thematik und den Ansatz des Wettbewerbes ein und betonte dabei besonders die Bedeutung von Jugendeinrichtungen bei der Entwicklung jugendlichen Engagements. Jugendliche beschäftigten sich mit gesellschaftspolitischen Themen, aber es müsse ihnen dafür auch die Plattform und nötige Unterstützung geboten werden, wie sie sie in solchen Einrichtungen erführen. Dabei müssen die Pädagoginnen und Pädagogen – ganz im Sinne der Fachtagung – den Jugendlichen aber auch in deren Realität und Erlebniswelt begegnen, denn wer an jungen Menschen interessiert sei, so Riesterer, müsse „Altes neu denken und Neues zulassen.“
Johannes-Wilhelm Rörig
Hr. Rörig entrichtet den Gästen Grüße von den Bundesministerinnen  
Johannes-Wilhelm Rörig, BMFSFJ, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Engagementförderung. Sie sei eine wichtige Investition in das Gemeinwesen und PlusPunkt KULTUR ein wichtiges Element dieser Investitionen; hier würden Jugendliche für Engagement begeistert und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Förderung desselben sensibilisiert und motiviert. Das Ministerium sei „beeindruckt von der Aufgeschlossenheit, Kreativität und Vielfalt der Projekte“.

Er bat die anwesenden Jugendlichen darum, andere an ihrer Begeisterung teilhaben zu lassen, sie zu motivieren und von den Möglichkeiten zu erzählen.
Gruppenfoto
  Die Preisträgerinnen und Preisträger von PlusPunkt KULTUR
Anschließend rief er die dreißig Preisträgerinnen und Preisträger auf die Bühne und überreichte ihnen die Urkunden des Wettbewerbes PlusPunkt Kultur.

Die einzelnen Gewinner-Projekte und deren Leiterinnen und Leiter finden sie hier auf plus-punkt-kultur.de
Die jungen Dichter
Die "jungen Dichter" in Aktion im Saal der PUMPE  
Kulturbeitrag – Club der jungen Dichter

Zu Gast waren vier junge Dichterinnen und Dichter, die im sozialen Brennpunkt Bremen-Gröpelingen unter der Leitung von Dorothea Buchmann-Lieberg, in einer Schreibwerkstatt regelmäßig ihre Träume, Gefühle und Erlebnisse lyrisch verarbeiten. Die Jugendlichen lasen dem Publikum einige ihrer Texte vor und die anfängliche Skepsis wich bald fast schon ehrfürchtigem Schweigen, angesichts dieser mutigen jungen Menschen, die vor dem großen Publikum in eindringlicher Form ihre intimen Texte lasen. Themenschwerpunkt waren dabei Zukunftsängste und die Verarbeitung von Erlebnissen und Gefühlen. Eine sehr beeindruckende Darbietung, die mit ausdauerndem Applaus belohnt wurde.


Lisa Dres
 
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