Inklusion und Barrierefreiheit

Inklusion wurde 1994 von der UNESCO als wichtigstes Ziel internationaler Bildungspolitik festgelegt. Wir haben einige Informationen und Materialien zusammengestellt, die sich mit verschiedenen Aspekten der Inklusion beschäftigen. Wir fokussieren uns hier jedoch auf den Menschen mit Behinderung, dessen Alltag immer noch viele Hindernisse bereitstellt. Auf diese Barrieren wollen wir aufmerksam machen, Hilfe aufzeigen und zum Nachdenken anregen.

 

Im heutigen Verständnis bedeutet Inklusion eine selbstverständliche Zugehörigkeit aller Menschen zur Gesellschaft. Damit wendet sich das Konzept der Inklusion gegen Diskriminierung von Menschen aufgrund von Merkmalen wie beispielsweise religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen, Geschlecht, kulturelle Hintergründe, sexuelle Orientierung und körperliche sowie geistige Behinderungen. Individualität wird als positiver Aspekt angesehen und ermöglicht sinnvolle Synergien verschiedener Talente und Fähigkeiten. 

Die Aktion Mensch erklärt in 80 Sekunden, was Inklusion ist:

    Hier findet ihr 10 Argumentationshilfen, die das Integrationsprojekt e.V., eine offene und integrative Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung, zusammengestellt hat.


    Inklusion ist ein Menschenrecht.

    Jede Form von Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen ist eine Menschenrechtsverletzung. Dies verdeutlicht die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und verweist darauf, dass Behinderung selbstverständlicher Bestandteil menschlichen Lebens ist. In Deutschland ist die Konvention seit dem 26.03.2009 in Kraft.


    Inklusion bedeutet das Achten und Wertschätzen menschlicher Vielfalt.

    Die Vielfältigkeit von Menschen ist eine Bereicherung für alle. Dies gilt hinsichtlich körperlicher, kognitiver und psychischer Fähigkeiten ebenso wie hinsichtlich der sozialen, ethnischen und nationalen Herkunft, der Hautfarbe, des Alters, des Geschlecht, der sexuellen Orientierung, der Kultur, Religion oder Weltanschauung.


    Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

    Alle Menschen sollen in allen gesellschaftlichen Bereichen aktiv teilnehmen können. Dazu braucht es die Mitwirkung aller. Organisationen und staatliche Stellen können Inklusion unterstützen und voran bringen, aber nicht alleine umsetzen.


    Inklusion ist ein ganzheitlicher Prozess.

    Um die Teilhabe aller zu gewährleisten braucht es Bedingungen in allen Lebensbereichen, also auch im Freizeitbereich, die diese ermöglichen. Inklusion orientiert sich nicht nur am einzelnen Kind an, sondern an seiner Lebensumwelt. Ausschließlich die Förderung von Kindern mit Behinderungen in eigenen getrennten Räumen genügt daher nicht.


    Inklusion beginnt im Kopf.

    Um Freizeitgestaltung von Kindern mit und ohne Behinderungen als Normalität zu sehen, gilt es auch die Vorbehalte und Barrieren im Kopf abzubauen. Gemeinsames lernen und spielen von Anfang an lässt Vorurteile erst gar nicht entstehen und fördert gegenseitige Akzeptanz.


    Kinder brauchen Freizeit und Spiel.

    Dies ist sogar als Recht in Artikel 31 der UN-Kinderrechtskonvention formuliert. Freizeit bedeutet das zu tun, was jedem Kind Spaß macht. Kinder wollen in ihrer Freizeit mit Gleichaltrigen spielen, sich erholen und einfach mal abschalten. Dieses Bedürfnis haben alle Kinder.


    Kinder lernen mit Unterschiedlichkeiten umzugehen.

    In Freizeitgruppen von Kindern mit und ohne Behinderungen lernen sich alle mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnissen kennen. Die Kinder erfahren was miteinander möglich ist und was einzelne brauchen. Alle Kinder lernen, dass es normal ist verschieden zu sein.


    Kinder wollen mittendrin sein.

    Alle Kinder brauchen das Spielen und die Freizeitgestaltung mit Gleichaltrigen. Die Erfahrung dazu zu gehören, stärkt sie. Auf Spielplätzen, in Sportvereinen, in Musikschulen und Freizeiteinrichtungen jedoch sind Kindern mit Behinderung bisher nur selten dabei.


    Kinder lernen Vielfalt zu gestalten.

    Gemeinsame Freizeitaktivitäten unterstützen Kinder dabei vielfältig gestaltete Beziehungen einzugehen, Ängste ab- und Freundschaften aufzubauen. Respekt und Verständnis füreinander können so wachsen.


    Kinder brauchen auch in der Freizeit unterschiedliche Kinder.

    Zahlreiche empirische Untersuchungen zeigen, dass alle Kinder von vielfältiger Gruppenzusammensetzung profitieren und dass das Sozialverhalten aller Kinder gestärkt wird.

    Laut des Behindertenberichts 2011 der Berliner Senatsverwaltung leben in Berlin 580.000 Menschen mit Behinderung. Somit hat jede sechste in Berlin lebende Person eine Behinderung.

    Aber was tut die Stadt tatsächlich für ein barrierefreies Leben in Berlin? Wie bereiten sich öffentliche Einrichtungen auf deinen Besuch als Rollstuhlfahrer vor? Wie blindenfreundlich ist die U-Bahn? Welche Vereine und Interessengruppen gibt es, die sich für Behinderte stark machen? Wir haben euch hier einige Informationen zusammengestellt.

    www.bvg.de
    Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) achten seit vielen Jahren darauf, behinderten Mitbürgerinnen und Mitbürgern die Möglichkeit zu geben, öffentliche Verkehrsmittel ohne fremde Hilfe zu benutzen. Auf der Internetseite der BVG erhälst du unter dem Punkt Mobilitätinformationen nützliche Hinweise zu zum Beispiel Rampen und Fahrstühle, Leitstreifen oder Notrufsäulen. 

    VBB Bus & Bahn-Begleitservice
    Der Verkehrsbund Berlin-Brandenburg (VBB) bietet einen Begleitservice für Menschen mit körperlichen Einschränkungen an. Das Personal des VBB begleitet Menschen von der Wohnungstür bis zum Zielort. Der Service steht montags bis freitag von 7 bis 20 Uhr zur Verfügung.

    www.wheelmap.org
    Wheelmap.org ist ein Stadtplan im Internet speziell für Rollstuhlfahrer. Ähnlich wie Google Maps aufgebaut, kann man nach Adressen such, bekommt aber zusätzlich Informationen zur Barrierefreiheit.
    Bald auch als App

    Damit Inklusion realisiert werden kann, müssen Tabus abgeschaffen werden. Um die Distanz zu tabuisierten Themen zu verlieren, helfen oft Netzwerke durch Austausch und das Beantworten offener Fragen Klischees auszulöschen und ein wesentlich authentischeres Abbild zu bieten.

    www.selfpedia.de

    Selfpedia.de ist die neue Community zum Thema Behinderung. Gegründet wurde Sie vom Bundesverdienstkreuzträger Raúl Krauthausen und dem Blogger Timo Hermann.

    Selfpedia ist eine Frage-und-Antwort-Plattform für Menschen mit Behinderung, pflegende Angehörige und alle Interessierten. Das Thema Behinderung soll in den Mittelpunkt gerückt und ein Netzwerk aufgebaut werden, in dem sich alle mit ihrem Erfahrungsschatz gegenseitig unterstützen können.

    Für weiterführende Informationen und Materialien rund um das Thema Inklusion, Behinderung und Barrierefreiheit ist hier gesorgt.


    www.bagso.de
    Das Hörbuch „Wegweiser durch die digitale Welt für ältere Bürgerinnen und Bürger“ kann kostenfrei als CD bestellt oder heruntergeladen werden:
    Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e. V. (BAGSO)
    Bonngasse 10, 53111 Bonn
    Tel.: 02 28 / 24 99 93-0
    Fax: 02 28 / 24 99 93-20
    E-Mail: kontakt@bagso.de
    Internet: www.bagso.de

    www.forschung.sexualaufklaerung.de
    Daten und Ergebnisse der Studie "Jugendsexualität und Behinderung" sowie umfassende Studienergebnisse rund um das Thema Jugendsexualität sind hier zu finden.

    www.fruehehilfen.de
    Die neuen Beratungsunterlagen greifen zahlreiche Fragen zur Gesundheit, zur Alltagsorganisation, zur Beziehung von Eltern zu Kindern sowie zu den Themen Geld und Beruf auf.
    Die NEST-Materialien können gegen eine Schutzgebühr von 25 Euro unter folgender Adresse bestellt werden:
    Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 51101 Köln
    E-Mail: order@bzga.de

    www.inklusion-als-menschenrecht.de
    Menschenrechte, Behinderung und Inklusion in Ihrem Umfeld zum Thema machen: Das Onlinehandbuch "Inklusion als Menschenrecht" bietet hierfür viele Anregungen und Lernideen, Informationen und Hintergründe.

    www.inklusionsfakten.de
    Hier findet ihr inklusive Argumente für ein inklusives Schulsystem

    www.leidmedien.de
    Ein Online-Ratgeber über Sprache und Behinderung: Gedankenlos benutzte Floskeln und Phrasen werden hier unter die Lupe genommen - und soll Journalisten und Journalistinnen helfen, klischeefrei über Menschen mit Behinderung zu berichten.

    www.reisecheckliste.org/menschen-mit-behinderung/
    Behinderte Menschen müssen ihre Koffer mit Bedacht zusammenpacken. Welche Dinge für sie erforderlich sind, verdeutlicht diese Packliste zum Abhaken.

    www.usatipps.net/usa-reise-menschen-mit-behinderung-rollstuhlfahrer/
    Das Reisen mit einer Behinderung oder im Rollstuhl ist mit Sicherheit aufwändiger und umständlicher als ohne. Hier gibt es allgemeine Infos und Tipps, wie die Reise in die USA trotzdem super gelingt.

    Icon für Menschen mit Behinderung und SexualitätDie Gesellschaft tabuisiert auch heute noch die Sexualität von Menschen mit Behinderungen. Um diese Tabus zu brechen und ein sexuell erfülltes Leben führen zu können, brauchen die Betroffenen Informationen und Unterstützung.

    Hierfür gibt es einige Anlaufstellen und Informationen:

    Arbeitsgemeinschaft für selbstbestimmtes Leben schwerstbehinderter Menschen e. V. (ASL)

    ASL ist eine Gruppe von körperbehinderten Menschen, die in unterschiedlichem Umfang persönliche Assistenz zur selbstbestimmten Gestaltung ihres Lebens benötigen.
    Unter anderem bieten sie im Rahmen ihres Projekts "Sexybilities" Sexualberatung für Menschen mit Behinderung an.
    Ansprechpartner ist Matthias Vernaldi:
    matthias.vernaldi@asl-berlin.de
    Telefon: 61 40 14 00
    www.als-berlin.de

    Lambda hoch zwei - Jugendliche mit und ohne Handicap

    Lambda hoch zwei ist ein Projekt für lesbische, schwule, bisexuelle und trans* Jugendliche mit Handicap und deren Angehörigen und weiteren Interessierten. Das Projekt bietet Jugendlichen Unterstützung im Coming Out  und eine integrative Freizeitgruppe.
    Daraüber hinaus bietet Lamda Hilfe bei der Organisation und Durchführung von Informationsveranstaltungen und Workshops sowie Schulungen für pädagogische Fachkräfte an.
    Weitere Informationen:
    info@lambda-bb.de
    Telefon: 282 79 90
    www.lambda-bb.de

    Liebe, Lust und Frust - LILUFRU
    Das Beratungsangebot der Lebenshilfe zu Sexualität und Partnerschaft für Menschen mit geistiger Behinderung und/oder psychischer Beeinträchtigung. Auch Angehörige, Betreuer und Betreuerinnen sowie Interessierte können die Einzel- und Paarberatung zu verschiedenen Themen wie: Liebe, Partnerschaft, Sexualität, Aufklärung, Gewalterfahrungen, sexueller Missbrauch, angemessener Umgang mit sexuellen verhaltensweisen im privaten und öffentlichen Bereich, Verhütung und Trennung in Anspruch nehmen.
    Für Betreuerinnen und Betreuer organisiert LILUFRU auch praxisbezogene Fortbildungen zum Thema Sexualität und geistige Behinderung.
    Weitere Informationen:
    Martina Sasse
    lilufru@lebenshilfe-berlin.de
    Telefon: 82 99 98 231
    www.lebenshilfe-berlin.de

    MyHandicap - Forum Infos und Andressen für Menschen mit Behinderung
    Partnerschaft und Sexualität sind Bereiche, die Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen betreffen. Für Menschen mit Behinderung und Paaren aus behinderten und nichtbehinderten Menschen stellen sich dennoch spezielle Fragen.
    Auf der Website MyHandicap finden sich zum Thema verschiedene Artikel und Informationen.
    www.myhandicap.de

    pro familia
    hat verschiedene Broschüren und Reader herausgegeben, die Informationen zu den Themenbereichen Sexualität und geistige oder körperliche Behinderung bieten. Einige Broschüren richten sich an Eltern, andere sind in leichter Sprache verfasst.
    Diese können kostenlos bestellt oder auch heruntergeladen werden bei:
    www.profamilia.de

    Beratungsstelle von pro familia in Berlin:
    Kalckreuthstr.4, 10777 Berlin
    Telefon: 39 84 98 98
    www.profamilia.de


     
     
     

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