Stop-Motion-Filme

Stop-Motion-Filme sind Filme, die aus Einzelbildern zusammengesetzt werden. Dabei wird quasi die Illusion einer Bewegung erzeugt, indem die Figuren oder Gegenstände im Filme sich in jedem Einzelbild ein kleines bisschen bewegen.

Hinterher werden die Einzelbilder dann zu einem Film zusammengesetzt – also so schnell hintereinander abgespielt, dass das Auge die Übergänge nicht mehr wahrnehmen kann. Diese Technik ist zwar sehr aufwändig und benötigt einige Zeit und auch Übung, letztlich ist es aber eine relativ einfache Art, Filme mit Figuren und Gegenständen zu drehen, ohne dafür Computeranimation beherrschen zu müssen. 

Als Gegenstände eines Filmes kann dabei nahezu alles dienen, was durch eigene Kraft bewegt werden kann. Nicht nur Knetfiguren und Puppen – wie beispielsweise bei Shaun das Schaf oder dem Sandmännchen – können so zu den Akteuren der Filme werden. Der Fantasie sind hier (fast) keine Grenzen gesetzt. Diese Technik wurde früher, bevor es Computeranimationen gab, auch in Hollywood-Filmen eingesetzt – zum Beispiel wenn Godzilla die Stadt platt macht oder wenn King Kong auf das Empire State Building klettert. Das waren große Puppen, die dann mit der Stop-Motion-Technik bewegt wurden. 

Hier zeigen wir euch ein tolles Beispiel dafür, dass man man mit Stop-Motion-Filmen auch mit einfachsten Mitteln einen spannenden Clip gestalten kann. Wichtigste Darsteller: einfache Post-It-Klebezettel.


In diesem Film ist zusätzlich zu den sich bewegenden PostIts ein Mensch im Video zu sehen. Menschen in Stop-Motion-Filme zu integrieren, ist besonders schwierig. Da die Einzelfotos ja teilweise mit großem zeitlichem Abstand aufgenommen werden, weil zum Beispiel, wie hier, alle Zettel abgenommen und anders wieder aufgeklebt werden müssen, darf die Figur im Film ihre Position kaum verändern. Das ist wichtig, damit hinterher trotzdem eine flüssige Bewegung entsteht, ohne dass der Mensch wie wild von einer Seite zur andern wackelt.

Wenn das aber gelingt, können Stop-Motion-Filme mit echten Menschen auch besonders lustig sein, da die Bewegungen unnatürlich aussehen und man damit lustige Effekte erzielen kann. Diese Technik wird zum Beispiel auch in Musikvideos verwendet, wie hier im Musivideo von Kina Grannis zu ihrem Song In Your Arms.

Der Hintergrund besteht hier aus Animationen mit JellyBeans. Das ist eine sehr, sehr aufwändige Variante. Wie das gemacht wird, könnt ihr euch in einem kleinen Making Of ansehen. Das ist zwar auf Englisch, aber auch falls ihr da noch nicht so fit seid, erklären sich die Bilder eigentlich fast von selbst.


Legofilme

Eine sehr beliebte Form der Stop-Motion-Filme sind die sogenannten Legofilme, die ausschließlich mit Legofiguren und -kulissen umgesetzt werden. Das folgende Video ist ein schönes Beispiel für einen solchen Legofilm.

In dieser Version auf YouTube könnt ihr vor und nach dem eigentlichen Kurzfilm auch noch den Aufbau der Kulisse mitverfolgen.

Hier wurde zusätzlich zur Animation auch viel mit Geräuschen gearbeitet, die den Bildern zugeordnet wurden. So sind beispielsweise echte Schritte zu hören, Papier raschelt oder eine Autotür fällt ins Schloss. Dies gibt dem Film noch eine zusätzliche Ebene und lässt ihn realistischer wirken.


Selbst machen!

Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, euch selbst einmal an einem Stop-Motion-Film zu probieren, bekommt ihr im Internet viele Tipps und Anleitungen, zum Beispiel unter www.stopmotiontutorials.com

Die Filme können im Prinzip ganz einfach zu Hause mit einer Kamera umgesetzt werden.

Wichtig ist dabei:

  • Ein Stativ oder ein fester Standort für die Kamera, damit keine Ruckler im Bildausschnitt entstehen
  • Gleichmäßige Beleuchtung, da sonst im Film hinterher ein Flackern entstehen kann
  • Ein gut durchdachtes Drehbuch: Schreibt euch vorher genau auf, was im Film passieren soll und welche Abläufe parallel passieren. Im besten Fall macht ihr euch dazu noch kleine Zeichnungen, damit euch die Wechsel zwischen den Bildern leichter fallen. – Stellt euch vor, ihr müsst die 100 PostIts bewegen. Dann muss ganz klar sein, welcher PostIt in welcher Farbe an welche Position muss. Das ist im Kleinen mit den Legofiguren auch nicht anders.

Ein Starter-Kit, das euch schon Kulissen sowie ein Handbuch mit vielen Tipps und Ideen liefert wäre zum Beispiel die Trickfilmwerkstatt.

Programme, mit denen ihr die geschossenen Einzelbilder zu einem Film zusammenfügen könnt, gibt es als kostenlose Software im Internet. Eine Liste solcher Programme findet ihr hier auf der Website von computerbild.de.

Und dann: Loslegen und ausprobieren!


 
 
 

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