Freiwilligendienste - FSJ und Co.

FSJ

Unter Freiwilligendiensten lassen sich viele verschiedene Formen des freiwilligen Einsatzes junger Menschen zusammenfassen. Am bekanntesten sind in diesem Zusammenhang das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ).

Neben dem gemeinwohlorientierten Zweck bietet die Ableistung dieser "Freiwilligen Jahre" Einblick in Berufsfelder. Viele Schulabgängerinnen und Schulabgänger sammeln in diesem Jahr das erste Mal Arbeitserfahrung. Man füllt eine Vollzeitstelle aus und gewinnt - im Optimalfall - Kompetenzen und Verantwortung in der Einsatzstelle hinzu.

Das FSJ/FÖJ dauert zwischen 6 und 18 Monaten, üblich ist ein Jahr. Ausnahmefälle erlauben eine Ausdehnung auf bis zu 24 Monate.

Wir haben alle wichtigen Informationen zu den verschiedenen Freiwilligendiensten für euch zusammen gestellt, um euch einen Überblick über eure Möglichkeiten zu geben:                                         

Arten der Freiwilligendienste

Welche verschiedenen Unterarten gibt es? Kann ich mein Freiwilliges Jahr auch im Ausland machen? Welche Einrichtungen und Träger kommen in Frage?

Teddy

Das FSJ im sozialen Bereich wird in der Regel mit einer Dauer von zwölf zusammenhängenden Monaten geleistet. Ein Einsatz von mindestens sechs und maximal 18 Monaten sind entsprechend des FSJ- Gesetzes möglich.

Das FSJ im sozialen Bereich wird ganztägig als überwiegend praktische Hilfstätigkeit in gemeinwohlorientierten Einrichtungen geleistet wie:

• in Krankenhäusern,
• im Sozialdienst
• in Alten- und Pflegeheimen,
• in Einrichtungen für behinderte Menschen,
• in Kinderheimen,
• in Kindertagesstätten,
• in Pfarreien,
• in der Jugend(verbands)arbeit.

Trägerschaft

Auf der Seite der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft im Bereich Jugend gibt es eine Liste der Träger des Freiwilligen Sozialen Jahres in Berlin.

Schild

Du hast ein Jahr lang die Chance, den Arbeitsalltag einer kulturellen Einrichtung, interessante Menschen und Projekte kennen zu lernen. Unter fachlicher Begleitung entwickelst und führst du ein Projekt durch, das deinen Interessen und Neigungen entspricht und auf deinen Ideen beruht.

So erwirbst du Kompetenzen, die du später im Job oder der Ausbildung brauchst und entwickelst dich „ganz nebenbei“ auch noch weiter. Bei landesweiten Seminaren und Treffen lernst du andere Freiwillige kennen, tauschst dich zu interessanten Themen aus, erprobst dich in künstlerischen Werkstätten und knüpfst Netzwerke, die dir später einmal nützlich sein können. Am Ende des Jahres hast du dann Klarheit, ob ein Job im kulturellen Bereich für dich vorstellbar ist.

Kulturarbeit kann
• in Museen und Theatern,
• für und mit Menschen mit Handicaps,
• in sozialen Brennpunkten und ländlichen Regionen,
• in Medientreffs und Kunstschulen,
• in Bibliotheken und Gedenkstätten,
• in Musikeinrichtungen oder
• in soziokulturellen Zentren geleistet werden.

Sie hält vielfältige Herausforderungen bereit, eigene Potenziale zu entdecken und vorberufliche Erfahrungen zu sammeln. Einsatzstellen im FSJ Kultur sind kleine Initiativen und große Häuser, beispielsweise Jugendclubs und Bibliotheken, Spielmobile und Konzerthäuser. Sie befinden sich in den ländlichen Regionen Brandenburgs oder in der Großstadt Berlin und repräsentieren das Spektrum aller künstlerischen Sparten, kulturpädagogischen Angebote und Organisationsbereiche von Kulturarbeit. Am FSJ Kultur beteiligen sich Kultureinrichtungen, die Lust auf die Ideen und die Gestaltungskraft junger motivierter Menschen haben.

Erfahrungen und Bewerbung

Einen ausführlichen FAQ-Bereich zum FSJ Kultur mit allen wichtigen Informationen findet ihr auf lkj-berlin.de.

Bewerben könnt ihr euch online auf dem zentralen, bundesweiten Bewerbungsportal der BKJ e. V.
https://bewerbung.fsjkultur.de

Der offizielle Bewerbungsschluss ist der 31. März eines jeden Jahres. Das FSJ Kultur beginnt am darauf folgenden 01. September. 


Trägerschaft

Einziger Träger für ein FSJ Kultur in Berlin und Brandenburg ist die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Berlin e. V. Ihr richtet eure Bewerbung an die Landesvereinigung, welche euch an eventuelle Einsatzstellen weiterdelegiert. Die Einsatzstellen entscheiden erst dann welche Bewerberin bzw. welcher Bewerber die Stelle erhält.

Für Informationen zum FSJ Kultur in anderen Bundesländern könnt ihr die Website der Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung www.bkj.de oder die Seite www.fsjkultur.de besuchen.

Kontakt:
LKJ Berlin
Obentrautstr. 57
10963 Berlin
Tel.: 29668766
Fax: 29668770
info@lkj-berlin.de
www.lkj-berlin.de

Runder Konferenztisch

Blick hinter die Kulissen

Das Freiwillige Soziale Jahr in der Politik kann derzeit leider nur in wenigen Bundesländern absolviert werden. Eine Liste der Bundesländer, bei denen ein FSJ im politischen Bereich möglich ist, findet ihr unten. Auch in Berlin und Brandenburg ist es seit 2009 möglich, ein solches freiwilliges Jahr zu absolvieren. Derzeit sind 16 Stellen zu vergeben, allerdings befindet sich das Netzwerk im Ausbau. Somit ist in den kommenden Jahren mit mehr Stellen zu rechnen.

Ein FSJ-Politik zu absolvieren, bedeutet ein Jahr lang hinter die Kulissen des politischen Betriebes auf Landes- und Kommunalebene zu schauen, selbst aktiv zu werden, politisch zu handeln und aktiv das Gemeinwesen mitzugestalten. Als Freiwillige bzw. Freiwilliger hat man die Chance, politische Prozesse, welche anderen verborgen bleiben, zu erleben und zu verstehen.

Das Spektrum der Einsatzstellen reicht von politischen Stiftungen, Ausschüssen, Verwaltungen und Gremien der Landes- und Kommunalparlamente, Ämtern der Kommunalverwaltung, Bürgerbüros, Ausländerräten, Kommunalverbänden, Körperschaften öffentlichen Rechts, öffentlich-rechtlichen Medien bis hin zu Einrichtungen der (historisch-) politischen Bildung.

Wie für alle anderen Jugendfreiwilligendienste gemäß JFDG gilt auch für das FSJ-Politik: Als Freiwillige erhaltet ihr 25 Seminartage im Jahr, pädagogische Begleitung in der Einsatzstelle und während der Seminarzeiten, ein Taschengeld und einen Freiwilligenausweis, der euch einem Auszubildenden (fast) gleichstellt. Außerdem habt ihr Anspruch auf eine festgelegte Anzahl von Urlaubstagen (in Sachsen 24, in Sachsen-Anhalt 26).


Trägerschaft

Für Informationen über die Konditionen, also bspw. die Höhe des Taschengeldes, besucht die entsprechenden Webseiten oder kontaktiert die Ansprechpartnerinnen bzw. -partner. Auf den Websites findet ihr auch Informationen zu den Bewerbungsfristen und die Bewerbungsunterlagen.

FSJ-Politik in Sachsen
Sächsische Jugendstiftung
Ansprechpartnerin: Astrid Günther
Könneritzstraße 25
01067 Dresden
Tel.: 0351 4820783
astrid@saechsische-jugendstiftung.de

Landesvereinigung kulturelle Jugendbildung Niedersachsen e. V. (LKJ)
FSJ Politik
Ansprechpartnerin: Julia Wurzel
Arnswaldtstraße 28
30159 Hannover
Tel.: 0511 60060550
Fax: 0511 60060560
www.lkjnds.de 
fsjpolitik@lkjnds.de

ijgd- LV Sachsen-Anhalt e. V.
FSJ Politik-Referat
Ansprechpartnerin: Kathleen Slanina
Schleinufer 14
39104 Magdeburg
Tel.: 0391 50968985
Fax: 0391 50968989
www.ijgd.de/im-politischen-Leben 
fsj.politik.lsa@ijgd.de

ijgd – Landesverein Mecklenburg-Vorpommern e. V.
Referat FSJ Demokratie
Ansprechpartnerin: Ira Ahl
Hinter dem Chor 13-15
23966 Wismar
Tel.: 03841 226773
Fax: 03841 226941
fsj.demokratie.wismar@ijgd.de

ijgd- LV Nordrhein-Westfalen e. V.
Referat FJP
Ansprechpartnerinnen: Meike Stahnke
Kasernenstraße 48
53111 Bonn
Tel: 0228 2280023/43
Fax: 0228 2280029
fjp.nrw@ijgd.de

ijgd- Landesverein Hessen e. V.
Referat FSJ-P
Petra Gollasch-Groß
Marta Rupprecht-Mößle
Hannah-Arendt-Straße 3-7
35037 Marburg
Tel.: 06421 3096864
Fax: 06421 3096865 
fsj-p.he@ijgd.de

ijgd - Landesvereine Berlin e. V.
Ansprechpartner: Matthias Pletsch
Glogauer Straße 21
10999 Berlin
Tel.: 612031342
Fax: 612031338
fsj-p.berlin@ijgd.de

Ball mit Händen

Das Freiwillige Soziale Jahr im Sport vermittelt Einblicke in ein spannendes Einsatzfeld des Sports und der (Sport-)Vereine. Während des Freiwilligendienstes trägt man Verantwortung als Übungsleiterin bzw. -leiter. Habt ihr also über den Freiwilligendienst hinaus Ambitionen, in diesem Bereich tätig zu sein, könnt ihr auf eure während des FSJ erworbene Übungsleiterlizenz verweisen!

Die Tätigkeiten innerhalb des FSJ-Sport variieren je nach Einsatzstelle. Sie alle aber haben mit der sportlichen Betreuung von Kindern und Jugendlichen zu tun. Als Einsatzstellen im Sport kommen Vereine und Sporteinrichtungen in Frage, die regelmäßig Spiel-, Sport- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche organisieren und sonstige Betreuungsdienste für diese Zielgruppe anbieten, beispielsweise Sportvereine, Stadt- und Kreissportbünde oder Sport-Bildungsstätten.

Neben der Ausbildung zur Lizenz-Übungsleiterin, zum Lizenz-Übungsleiter beinhaltet das FSJ auch den Erwerb der Jugendleitercard (JuleiCa). Die JuleiCa bescheinigt den Jugendlichen pädagogische Qualifikation und ehrenamtliches Engagement im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit und wird nach festgelegten Standards von Jugendverbänden vergeben. Sie ist ein bundesweit anerkannter Ausweis und hat eine Gültigkeit von drei Jahren.


Trägerschaft

Die Deutsche Sportjugend (dsj) ist die Dachorganisation der Träger für das FSJ im Sport. Für Verwaltung, Organisation und Durchführung des FSJ im Sport sind die Landesorganisationen der Sportjugend jeweils in ihrem Bundesland zuständig - in Berlin die Sportjugend Berlin. Um zu erfahren, welche Fristen es gibt, an wen ihr euch wenden könnt und wo sowie zu welchen Konditionen ihr das FSJ absolvieren könnt, besucht die Sportjugend Berlin im Internet oder kontaktiert ihre Ansprechpartnerinnen und -partner. 

Info

Zu allen Fragen rund um das FSJ im Sport in Berlin hat die Sportjugend Berlin auf ihrer Seite ein sehr gutes, umfangreiches und leicht verständliches Lexikon aufgebaut. Ihr findet es auf hier auf www.sportjugend-berlin.de.

Sportjugend im Landessportbund Berlin e. V.
Abt. Allgemeine Jugendarbeit und Veranstaltungsdienst
Jesse-Owens-Allee 2
14053 Berlin
www.sportjugend-berlin.de
fsj@sportjugend-berlin.de

Schild Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Im Freiwilligen Jahr in der Denkmalpflege (FSJ-Denkmalpflege oder FJD) werden dir durch gezielte Theorie- und Praxisangebote Kenntnisse und Fertigkeiten in der Denkmalpflege vermittelt. Das FJD wird bisher ausschließlich von Jugendbauhütten mit Standorten u.a. in Berlin/Brandenburg, Wismar, Stralsund und Stettin oder auch Quedlinburg (weitere Einsatzstellen: siehe unten) angeboten.

Während des einjährigen FJDs bieten sich dir die Möglichkeiten:
• dich mit Fragen der Denkmalpflege theoretisch und praktisch auseinander zu setzen,
• eigene Kenntnisse und Fähigkeiten praktisch zu erproben und neue zu erwerben,
• neue Menschen kennen zu lernen und mit ihnen etwas auf die Beine zu stellen,
• dich im Berufsleben zu orientieren, Kontakte zu knüpfen und einen eigenen Weg zu finden,
• Möglichkeiten des persönlichen Engagements in der Gesellschaft kennen zu lernen.

Ein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege kann zwischen dem vollendeten 16. und 26. Lebensjahr geleistet werden. Besondere Schulabschlüsse und Ausbildungen sind dafür nicht erforderlich. Die allgemeine Schulpflicht musst du allerdings erfüllt haben.

Das FJD wird von vielen Handwerksbetrieben und Fachhochschulen als Praktikum anerkannt. Es empfiehlt sich, dies beim jeweiligen Betrieb bzw. der Fachhochschule zu erfragen. Das FJD ist nicht mit einer Ausbildung gleichzusetzen, jedoch kann bei Vorliegen der ausbildungsberechtigenden Voraussetzungen in der Einsatzstelle das FJD auf die Dauer einer folgenden Berufsausbildung angerechnet werden.


Trägerschaft

Träger des Freiwilligen Jahres in der Denkmalpflege ist zurzeit (2008) ausschließlich der Verein "Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz e.V." in Zusammenarbeit mit den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (ijgd). Die ijgd übernehmen die Auswahl der Einsatzstellen und Betreuung der Teilnehmer.

Das FJD beginnt im September und dauert ein Jahr. Du kannst dir mit Hilfe des ijgd eine Einsatzstelle suchen in der du dir vorstellen kannst das FJD zu absolvieren. Das können Handwerksbetriebe, Architektur- und Planungsbüros, Denkmalpflegebehörden, Museen und andere kulturelle Einrichtungen sein.

Die fachliche Anleitung und Betreuung erfolgt durch die Einsatzstelle. Die praktische Arbeit in den Einsatzstellen wird durch theoretische und praktische Grundlagen in der Denkmalpflege ergänzt, die in sieben Seminarwochen vermittelt werden. Die ijgd ist für die pädagogische Begleitung während des FJD verantwortlich.

Info

Für konkrete Informationen über die Jugendbauhütte(n) in eurer Nähe, wendet euch an die betreffende(n) Stelle(n): Eine Auflistung der Jugendbauhütten und ihre Kontaktdaten findet ihr hier.

Weitere Informationen zum FJD in Berlin und Brandenburg erhaltet ihr auch direkt bei der ijgd:

ijgd Jugendbauhütte Brandenburg/Berlin
Wichgrafenstrr. 7-9
14482 Potsdam
Tel.: 0331 - 20 15 32 10
Fax: 0331 - 20 15 32 19
www.ijgd.de 
fjd.bb@ijgd.de

Alle Informationen zum FJD findet ihr auch noch einmal fein säuberlich sortiert unter:
www.denkmal-mit-pfiff.de oder
www.denkmalschutz.de

Sonnenblume

Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit, sich aktiv im Umweltschutz zu engagieren - und das zu Konditionen wie in jedem anderen Freiwilligendienst nach JFDG auch.

Das FÖJ integriert umweltbezogene und arbeitsmarktpolitische Schwerpunktsetzungen und dient der beruflichen Orientierung. Ihr erwerbt umfangreiche ökologische Kenntnisse, ob bei der Arbeit in der Einsatzstelle oder auf den Seminaren. Auch während des FÖJ müsst ihr 25 Seminartage absolvieren. Wie beim FSJ in jedem anderen Bereich auch, wird auch das FÖJ pädagogisch begleitet.

Mögliche Einsatzfelder sind:

• Betreuung von Schutzgebieten,
• Pflege wildlebender Pflanzen und Tiere,
• Unterstützung der Umweltbildungsarbeit mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen,
• Maßnahmen zur Gewässerpflege,
• Kartierungs- und Messarbeiten,
• Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit im Umweltbereich


Träger

Das sehr empfehlenswerte Portal foej.de hilft euch weiter, wenn ihr euch für ein FÖJ interessiert. Dort findet ihr auch eine Übersicht über die Träger in den Bundesländern. 

Auf der Seite der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft im Bereich Jugend gibt es eine Liste der Träger des Freiwilligen Ökologischen Jahres in Berlin.

Mit Aussetzung des Zivildienstes hat die Bundesregierung das Bundesfreiwilligendienstgesetz (BFDG) verabschiedet. Wir möchten kurz erläutern, worum es in diesem Gesetz eigentlich geht und worin die Unterschiede zum Jugendfreiwilligendienst (FSJ/FöJ) bestehen.

Was bedeutet es Freiwillige/r im Rahmen des BFD zu sein?
Die Idee ist, allen Menschen die Möglichkeit zu bieten, sich „bürgerschaftlich für das Allgemeinwohl“ zu engagieren, d.h. in diversen sozialen Feldern aktiv zu werden, ohne hierfür eine bestimmte Berufsausbildung absolviert zu haben. Freiwillige/r zu sein bedeutet somit einen Teil der eigenen Lebenszeit für einen „guten Zweck“ zu investieren und auf der anderen Seite wichtige Erfahrungen und Kompetenzen für das eigene Leben mitzunehmen.

Wer kann alles einen BFD leisten?
Beim Alter der Freiwilligen besteht einer der wenigen echten Unterschiede zum FSJ. Es gibt für alle Personen, die die Schulpflicht erfüllt haben, die Möglichkeit einen BFD zu leisten, während ein FSJ nur bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres möglich ist. So können sich also auch Rentner auf diese Weise engagieren.

Was bekomme ich für den BFD?
Neben einem Taschengeld von maximal 336,00 € können die Einsatzstellen eine Unterkunft bereitstellen, Verpflegung und Arbeitskleidung oder entsprechende Geldersatzleistungen mit dem Freiwilligen vereinbaren.

Was bedeutet "pädagogische Begleitung"?
Die pädagogische Begleitung ist dazu da, die Freiwilligen in ihrem Lernen zu begleiten und sie bei der Aneignung sozialer, kultureller, ökologischer und interkultureller Kompetenzen zu unterstützen. Zur Begleitung gehört auch die Organisation von Block- und Einzelseminaren (im Umfang von bis zu 25 Tagen), Reflexionsgespräche vor Ort und die fachliche Anleitung in der Einsatzstelle.

Welche Einsatzbereiche gibt es?
BFD'ler können in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt werden, wobei sie überwiegend praktische Hilfstätigkeiten erbringen sollen. Die gemeinwohlorientierten Einrichtungen müssen bspw. in der Kinder- und Jugendhilfe, der Wohlfahrts-, Gesundheits- und Altenpflege, der Behindertenhilfe, der Kultur- und Denkmalpflege, dem Sport, der Integration, des Zivil- und Katastrophenschutzes und des Umwelt- und Naturschutzes angesiedelt sein.

Wie lange dauert der BFD?
Der BFD wird in der Regel in Vollzeit (39 Wochenstunden) und für zwölf Monate abgeleistet. Ein weiterer Unterschied zum FSJ: der BFD kann von Personen, die älter als 27 Jahre sind, auch in Teilzeit mit mehr als 20 Stunden pro Woche abgeleistet werden. Es besteht außerdem die Möglichkeit zur Reduzierung (bis 6 Monate) als auch zur Aufstockung (bis 18 bzw. 24 Monaten).

Was muss eine Einsatzstelle beachten?
Die Einrichtung muss gemeinwohlorientiert sein und darf den Freiwilligen nicht als Personalersatz betrachten. Außerdem muss sie durch die zuständige Bundesbehörde anerkannt sein (das ist das BAFzA, das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben). Eine Anleitung und Betreuung der Freiwilligen vor Ort muss gewährleistet sein.

Wie kann man BFD'ler/in werden?
Bei Interesse an einem BFD besteht die Möglichkeit sich direkt bei einer anerkannten Einsatzstelle zu bewerben oder bei einem Träger, der Freiwilligendienste koordiniert, z. B. bei der Technischen Jugendfreizeit- und Bildungsgesellschaft (tjfbg) gGmbH oder bei der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Berlin e. V. (LKJ)

Weitere Informationen gibt es auf und unter www.bundesfreiwilligendienst.de

Hier kann man freie Stellen im BFD jederzeit finden: www.bundes-freiwilligendienst.de

 

Autor: Benjamin Beck, Koordinator Freiwilligendienste Berlin bei der tjfbg gGmbH

Reisefertig

Freiwilliges Engagement muss an Ländergrenzen nicht halt machen. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an internationalen Freiwilligendiensten. Freiwilliges Engagement im Ausland soll jungen Menschen die Möglichkeit eröffnen eine andere Sprache und Kultur kennen zu lernen. Freiwilligendienste im Ausland dauern zwischen 6 und 18 Monaten.

Man muss jedoch zwischen geförderten und nicht geförderten Freiwilligendiensten unterscheiden. Zu den geförderten Diensten gehören das Freiwillige Soziale Jahr sowie das Freiwillige Ökologische Jahr (FSJ/FÖJ im Ausland) und der Europäische Freiwilligendienst (EFD), auch European Voluntary Service (EVS) genannt. Bei solchen geförderten Diensten erhalten die Freiwilligen von den Trägern der Dienste meist Unterkunft und Verpflegung, sowie ein Taschengeld. Teilweise werden auch Reisekosten, Versicherungen und ein Sprachkurs finanziert.
Wer in Deutschland als Kriegsdienstverweigerer anerkannt ist, kann seinen Zivildienst auch im Ausland ableisten. Der so genannte "Andere Dienst im Ausland nach § 14 b des Zivildienstgesetzes" ist, anders als der Zivildienst in Deutschland, unentgeltlich.
Schließlich bieten internationale Workcamps eine gute Möglichkeit, sich über einen kürzeren Zeitraum hinweg und in einem internationalen Rahmen freiwillig zu engagieren.

Info

Rechtliches

Welche gesetzliche Grundlage haben Freiwilligendienste? Kann ich mein Jahr statt des Wehrdienstes anrechnen lassen? Worauf muss ich achten?

Rechtliche Grundlage aller Freiwilligen Dienste ist das Gesetz zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten (Jugendfreiwilligendienstegesetz - JFDG).

Rechtlich gesehen hat eine Freiwillige, ein Freiwilliger damit den Status einer Auszubildenden, eines Auszubildenden.

Das Freiwillige Jahr, ob nun Soziales oder Ökologisches hat somit einen offiziellen, rechtlichen Status, der zu gewissen sozialen Leistungen berechtigt.

Zudem ist es aber möglich, sich ein freiwilliges Jahr als Ersatz für den Wehrdienst anrechnen zu lassen. Dafür musst du allerdings anerkannter Kriegsdienstverweigerer sein. Die Internetseite des Bundesamtes für Zivildienst gibt Hinweise zur Ableistung von Freiwilligendiensten.

Kontakt:
service@baz.bund.de
www.zivildienst.de

Eine umfassende Broschüre, zusammengestellt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, beantwortet Fragen zu Jugendfreiwilligendiensten von A bis Z:

"A bis Z zum Freiwilligendienst"

Leistungen

Absicherung

Versicherungen - Teilnehmerinnen und Teilnehmer am FSJ/FÖJ werden rechtlich annähernd so behandelt wie Auszubildende, d.h. du bist während deiner freiwilligen Dienstzeit sozial abgesichert. Du bist in der gesetzlichen Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Auch wenn das Taschengeld unter der normalen Geringfügigkeitsgrenze liegt, besteht Versicherungspflicht.
Alle Freiwilligen, deren Schul- oder Berufsausbildung durch den Freiwilligendienst unterbrochen oder verzögert wird, sind für die Dauer des Dienstes über das fünfundzwanzigste Lebensjahr hinaus kostenfrei über ihre Familie gesetzlich krankenversichert (GKV-Versorgungsstrukturgesetz vom 22. Dezember 2011, BGBl. vom 28.12.2011).

Arbeitslosengeld - Es besteht Anspruch auf Arbeitslosengeld, wenn 12 Monate gearbeitet und Sozialversicherungsbeiträge bezahlt wurden.

Geld

Kindergeld - Durch das inkraftgetretene Gesetz zur Umsetzung der Beitreibungsrichtlinie sowie zur Änderung steuerlicher Vorschriften (BeitrRLUmsG vom 7. Dezember 2011, BGBl. vom 13.12.2011) gilt in aller Form, dass für alle Freiwilligen im BFD und im Internationalen Jugendfreiwilligendienst - ebenso wie schon bisher im Freiwilligen Sozialen Jahr und im Freiwilligen Ökologischen Jahr - ein Kindergeldanspruch besteht, soweit die übrigen Voraussetzungen (Altersgrenze etc.) erfüllt sind. 

Kostenerstattung - Die Träger, bei denen die Jugendlichen ihr FSJ/FÖJ ableisten, dürfen nur Unterkunft, Verpflegung, Arbeitskleidung und ein angemessenes Taschengeld zur Verfügung stellen. Werden diese Dinge nicht gestellt, können Geldersatzleistungen in Form von Kostenerstattungen gezahlt werden.

Taschengeld - Das Taschengeld soll "angemessen" sein und richtet sich nach der Beitragsbemessungsgrenze: Höchstgrenze sind 6 % dieses Betrages. Als Richtwert gelten momentan circa 160 Euro (plus eventuell Wohngeld, Essenszuschlag o. ä.).

Teilnehmerausweis - Nach dem Beginn des Dienstes erhalten die Freiwilligen einen FSJ-Ausweis, mit dem Vergünstigungen wie für Schüler oder Auszubildende erhältlich sind.

Ideelles

Pädagogische Begleitung - Die Begleitung und Beratung ist gesetzlich vorgeschrieben und erfolgt gemeinsam durch den Träger und die Einsatzstelle; für fachliches ist die Einsatzstelle zuständig.

Seminartage - Die zentrale Stelle des Trägers veranstaltet gemeinsame Seminartage zu verschiedenen Themen an denen alle teilnehmeen.

Studium

Bereits erhaltene Studienplätze - FSJ/JÖJler/-innen dürfen bei der Bewerbung um einen Studienplatz nicht benachteiligt werden. Das heißt, wurde dir vor Antritt des Freiwilligen Jahres bereits ein Studienplatz zugewiesen, erhältst du bei einer erneuten Bewerbung Vorrang vor allen Übrigen (für den gleichen Studiengang).

Wartesemester - FSJ/FÖJ-Zeit zählt als Wartezeit bei der Studienplatzvergabe nach Wartesemestern; in einigen Fällen rechnen Universitäten und Hochschulen bei entsprechenden Studiengängen die Dienstzeit als Praktikum an - was natürlich einen erheblichen Vorteil bringen kann!

Urlaub

Es werden mindestens 24 Urlaubstage für 12 Monate Dienstzeit gewährt; für Minderjährige gibt es längere Urlaubsansprüche nach dem Jugendarbeitschutzgesetz.

 

 
 
 

© 2016 jugendnetz-berlin.de – Alle Rechte vorbehalten