Unisextoiletten in öffentlichen Gebäuden

25.09.2014

Das Jugendnetzwerk Lambda Berlin-Brandenburg e.V. begrüßt nach wie vor Initiativen auf Bezirksebene – wie beispielsweise in Friedrichshain-Kreuzberg oder in Mitte, sowie im Berliner Abgeordnetenhaus – zur Einrichtung von Unisextoiletten in öffentlichen Gebäuden. Gleichzeitig wird jedoch vor einer inkonsequenten Umsetzung in der Praxis gewarnt. So sei die Verwendung von Piktogrammen, die Geschlechtervielfalt und Geschlechtsidentitäten jenseits von Frau und Mann nicht wiedergeben, für Unisextoiletten ungeeignet.

„Unisextoiletten sollen nicht nur Frauen und Männern, sondern unabhängig vom Geschlecht allen Menschen offenstehen. Dies muss dementsprechend auch anhand geeigneter Piktogramme erkennbar werden“, meint Christoph R. Alms, Landesvorstand von Lambda BB. „Letztlich ist es doch inkonsequent, eine neue Beschilderung an der üblichen Mann-Frau-Zweigeschlechtlichkeit und gerade nicht am angedachten Zweck der Unisextoiletten zu orientieren. Was spricht eigentlich gegen ein Piktogramm, das ganz schlicht eine Toilette abbildet?

 

 









Mehrmals wurde in der vergangenen Zeit bereits darauf verwiesen, dass die sogenannte Umwidmung existierender, geschlechtertrennender Toiletten zu Unisextoiletten nahezu kostenneutral sei. Denn lediglich die Beschilderung für entsprechende Räumlichkeiten müsse ausgetauscht werde. Eine Anlehnung an die bereits vorhandenen Piktogramme, die nur zwei Geschlechter abbilden, kann jedoch nicht die Realität der Geschlechtervielfalt wiedergeben.

 

„Die Einrichtung von Unisextoiletten in öffentlichen Gebäuden ist selbstredend nur ein kleiner, aber durchaus wichtiger Schritt, um die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts im Alltag zu reduzieren. Umso verwunderlicher ist es dann, wenn ein guter Ansatz in der Theorie nicht auch in der Praxis Anwendung findet.“, sagt Elisa Zenck, ebenfalls im Landesvorstand von Lambda BB.

 

Nach wie vor stehen Vereine und Initiativen wie das Jugendnetzwerk Lambda Berlin-Brandenburg e.V. gern zur Verfügung, bei konkreten Umsetzungsplänen von Unisextoiletten auf Bezirks- und Landesebene beratend zu unterstützen.

 

Hintergrund:

Nicht nur auf Bezirksebene, wie beispielsweise in Friedrichshain-Kreuzberg oder in Mitte, sondern auch im Berliner Abgeordnetenhaus wird über die Einrichtung von Unisextoiletten in öffentlichen Gebäuden diskutiert. So wurde erst am 11. September 2014 im Ausschuss für Arbeit, Integration, Berufliche Bildung und Frauen der Antrag der Piratenfraktion „Hürden im Alltag beseitigen – Unisextoiletten in öffentlichen Gebäuden einrichten“ (Drucksache 17/1554) besprochen.

Zusätzlich zu den geschlechtertrennenden Toiletten für Frauen oder Männer sollen auch so genannte Unisextoiletten in öffentlichen Gebäuden eingerichtet werden. Entgegen der getrennten Räumlichkeiten sollen Unisextoiletten unabhängig von der Geschlechtszugehörigkeit bzw. Geschlechtsidentität genutzt werden. Insbesondere für trans* und inter* Personen, für Menschen, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zuordnen können oder wollen und auch für Menschen, denen aufgrund des Äußeren ein anderes Geschlecht zugeschrieben wird, bedeutet dies weniger Alltagsdiskriminierung.

 

Quelle: Lambda News


 
 
 

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