Hannah beim Wettbewerb „Demokratisch Handeln“

08.05.2018 - Beim Wettbewerb „Demokratisch Handeln“ der 5. Regionalen Lernstatt Berlin-Brandenburg war einiges los! Verschiedene Demokratieprojekte aus Schulen haben sich vorgestellt und ausgetauscht. Erfahrt hier, warum es meiner Meinung nach so wichtig ist, SOZIAL zu sein...!

"Demokratisch Handeln" ist ein Wettbewerb, den es schon seit 1990 gibt, also schon seit 28 Jahren! Alle Schulen in Deutschland, und sogar alle Jahrgangsstufen, dürfen bei diesem Wettbewerb mitmachen. Gesucht werden Beispiele für Demokratie in der Schule und darüber hinaus. Das Ziel des Wettbewerbs ist jedes Jahr, zum Mitmachen anzuregen. Denn Demokratie bedeutet Gleichberechtigung und Mitbestimmung und nur durch unser Mitmachen und Einmischen kann sie lebendig gehalten werden.

Das spannende Thema Demokratie

Der Wettbewerb "Demokratisch Handeln" fand im FEZ Berlin statt. Eine ganze Reihe Schüler*innen, Lehrer*innen, aber auch Eltern und Jugendarbeiter*innen versammelten sich hier, um sich gegenseitig ihre Demokratieprojekte vorzustellen.

Zu Beginn wurde das Publikum durch den Moderator und Ansprechpartner Alexander Lipp begrüßt. Hella Sobotka, die Regionalberaterin von "Demokratisch Handeln Berlin", stellte alle weiteren Gastgeber des Tages vor, u.a. Michael Hackenberger, Regionalberater von "Demokratisch Handeln Brandenburg", und die Juniorbotschafterin Rita.

Gleich im Anschluss fand ein moderierter Austausch mit dem Titel "Demokratie ist anregend!" statt, bei dem die Teilnehmer*innen in drei verschiedenen Gruppen aufgeteilt wurden und jeweils in ihrer Gruppe ihr eigenes Projekt vorstellten. Besonders beeindruckt war ich von der "Hilfsaktion Unterhosen", die die Schulklassen der Paula-Fürst-Schule gestartet hatten: Gemeinsam sammelten die Schülerinnen und Schüler 248 Unterhosen für Obdachlose, die sie dann im Hygienecenter am Berliner Bahnhof Zoo verschenkten. Hier können sich wohnungslose Menschen zwar waschen, baden oder duschen, jedoch gibt es nicht genug saubere Unterhosen, die sie nach dem Waschgang anziehen können.

Dieses und auch alle anderen Projekte finde ich super, denn jedes einzelne - egal in welcher Form - trägt dazu bei, das menschliche Miteinander zu stärken und zu verbessern. Und warum soziales Engagement so wichtig für die Gestaltung einer Gesellschaft ist, lässt sich ganz einfach erklären:

Einerseits hat es selbstverständlich einen erkennbaren Wert für die Gesellschaft, indem Organisationen und Einrichtungen unterstützt werden, die das Gemeinwohl fördern, z.B. der Hygienecenter am Bahnhof Zoo. Zusätzlich ist es auch eine Form der Demokratie, in der sich Menschen für ein Projekt stark machen, das ansonsten keine oder nur wenig Unterstützung von Seiten des Staates erhält. Damit kann nicht nur die Gesellschaft, sondern auch das politische Klima mitgestaltet werden!

Auch während der Vorstellungsrunden wurde besonders darüber diskutiert, warum und wo genau im Projekt „demokratisch gehandelt" wurde. Diese Frage hat mich näher interessiert und ich habe mich mit Philip aus Jena unterhalten, welcher auch beim Förderprogramm "Demokratisch Handeln" tätig ist. Ich wollte von ihm wissen:

"Was bedeutet es für dich "demokratisch zu handeln"?"

"Jeder hat eine Stimme, ist gleichberechtigt und niemand steht hinten an. In der Schule wird das Thema Demokratie oft behandelt, aber auch hier heißt es: Nicht nur reden, sondern machen! Die jungen Leute bringen so viele neue und frische Ideen. Leider fehlt im Alltag aber oft die Motivation. Doch sich jetzt zu beteiligen ist das A und O.", so Philip.

Da hakte ich nach: "Du findest also, das Bewusstsein für Demokratie könnte noch stärker gefördert werden?"

Philip: "Auf jeden Fall. Da sich die Demokratie sonst langsam selber abschafft, wenn sich niemand mehr dafür einsetzt."

 
 
 
 
 


Das Highlight des Tages

Zum Schluss präsentieren sich nochmals alle Projekte auf der Bühne. Und falls ihr jetzt denkt: "Schon wieder? Was gibt es denn noch so viel zu sagen?" Nein, diesmal wurden keine gewöhnlichen Reden gehalten, sondern die Botschaft jedes Projektes wurde nochmal auf ganz kreative Art und Weise auf der Bühne dargeboten. Die meisten Teilnehmer*innen entschieden sich für ein Theaterstück: Manche in Form einer längeren, selbst initiierten Geschichte, andere nur mit wenigen Worten. Auch die Verantwortlichen des Projekts "Islam und Europa – Wie passt das zusammen?" brachten es mit einem Satz auf den Punkt: "Wir handeln demokratisch, weil wir alle so akzeptieren wie sie sind!"

Das absolute Highlight gebührte aber zwei jungen Männern, die in einem Rap-Song ihre ganz individuelle Geschichte verkörperten. Asim und Ali heißen die beiden Jungs und schreiben in ihrem Song über das Gefühl, als Flüchtling in ein anderes Land zu kommen. Ein Land, in dem Demokratie herrscht und dass es trotzdem nicht so einfach ist, sich einzuleben und einfach dazuzugehören.

Macht mit!

Ich finde, es war eine sehr gelungene Veranstaltung, welche viele neue Eindrücke verschafft hat und nochmals gezeigt hat, wie wichtig es ist, sich für Demokratie einzusetzen. Denn mit jedem noch so kleinen Engagement kann jeder zeigen, gezielt Verantwortung für unsere Gesellschaft zu übernehmen. Soziales Engagement ist also auch eine Form der unpolitischen Demokratie, die sich vor allem durch Eigeninitiative auszeichnet. Und genau das kann jeder von uns tun! Stellt euch doch mal die Frage: Welche Werte soll meine Gesellschaft vertreten, welche Punkte sind mir besonders wichtig? Vielleicht findet ihr ja ein Problem, bei dem ihr Handlungsbedarf seht und tragt dann bei der nächsten Regionalen Lernstatt mit eurem eigenen Projekt dazu bei, etwas Gutes für unser Miteinander zu tun und das Bewusstsein für Demokratie zu stärken.


Ideeller Partner des Wettbewerbs ist die Theodor Heus Stiftung und Träger ist der Förderverein demokratisch Handeln e.V.




 
 
 

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