Girls' Day Preisverleihung – Von wegen "Männersache"!

07.11.17 - Frauen in Männerberufen – Warum ist das immer noch ein Kampf? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, besuchte ich gemeinsam mit Mareen die Girls’ Day Preisverleihung, die in der IHK Berlin stattfand.

Die „Industrie- und Handelskammer zu Berlin“ ist ein beeindruckendes, modernes Gebäude. Sie besteht aus Unternehmern und Wirtschaftsunternehmen.
In der IHK angekommen, zeigte uns die Rezeptionistin den Weg in die 7. Etage zum Mendelssohn-Saal, in dem die Preisverleihung stattfand. Neben der Presse waren Schülerinnen, die schon aktiv beim Girls’Day dabei waren, und Leute von verschiedenen großen Unternehmen wie Google oder Arup, eingeladen. Schon bei der Begrüßung stellten wir uns gegenseitig vor.


Der Mädchen-Zukunftstag

Den Girls´ Day gibt es in Berlin seit 2001. Er bietet Schülerinnen ab der 5. Klasse einmal im Jahr die Möglichkeit, die Arbeitswelt kennen zu lernen. Dabei liegt der Fokus besonders auf den für Frauen eher untypischen Berufen wie beispielsweise Berufe bei der Feuerwehr, in Tischlereien oder auf dem Bau.
Zu Beginn der Verleihung wurden außerdem die sogenannten MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) vorgestellt und Beispiele genannt, in denen eine klare Trennung von „Frauen- und Männerberufen“ zu erkennen ist.


Schluss mit dem Klischee „Männerberuf“

Bei der Preisverleihung wurden vier Schulen aus verschiedenen Berliner Bezirken ausgezeichnet, die sich in diesem Jahr am Girls’Day besonders engagiert beteiligt haben. Dieses Jahr waren es die Otto-von-Guericke-Oberschule in Charlottenburg-Wilmersdorf, die Reinfelder-Schule - Förderzentrum Hören und Sprache – ebenfalls in Charlottenburg-Wilmersdorf, die Schätzelberg Grundschule in Tempelhof-Schöneberg und das Willi-Graf-Gymnasium in Steglitz-Zehlendorf. Die Schulen erhielten alle ein Preisgeld von 300 Euro, mit welchem sie gut in nützliche Materialien oder Projekte investieren können.
Die Mädchen, alle im Alter von 12 bis 16 Jahren, berichteten vor dem Publikum von ihren Erfahrungen beim Girls’Day. Eine besuchte die Firma Mercedes Benz, eine andere das große Dienstleistungsunternehmen BSR, und ein weiteres Mädchen schnupperte einen Tag lang bei der BVG rein. Doch das bedeutet nicht nur Müll entsorgen oder Bus fahren: Die Unternehmen sind riesig und bieten abwechslungsreiche Berufsbilder und sichere Arbeitsplätze. Dies kann für Frauen natürlich genauso attraktiv sein wie für Männer und sie sind herzlich willkommen, in den von der Gesellschaft genannten „Männerberufen“ zu arbeiten.
Geehrt wurden in diesem Jahr auch Unternehmen, die sich besonders für den Girls’Day engagieren und zum Teil schon seit vielen Jahren bei dem Projekt mitmachen. Dieses Jahr erhielten Google Deutschland, Geyer Umformtechnik, Arup Deutschland und Pepperl + Fuchs eine Auszeichnung.


Girls’Day 2018

Der nächste Girls’Day findet am 26. April 2018 statt! Wenn ihr auch mit dabei sein wollt, könnt ihr euch ganz einfach mit dem Girls`Day Radar nach Angeboten in eurer Umgebung suchen und euch dort online anmelden! Wahlweise kann auch nach einem Unternehmen, einem Beruf oder einem beliebigen Begriff gesucht werden. Weitere Infos findet ihr auf der Girls’Day-Seite.

Ich fand die Veranstaltung sehr interessant, da sie ein wichtiges Thema, was manchmal eher untergeht, angesprochen hat. Dabei sollte es selbstverständlich sein, dass jeder das als Beruf ausübt, was seinen Interessen und Fähigkeiten entspricht, und ihm vor allem Spaß macht! Oder was meint ihr?

 

Foto 1: Kiyan, Lena, Sophia von der Schätzelberg-Grundschule

Foto 2: StS Barbara König, Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege, Gleichstellung und die ausgezeichneten Schulen und Unternehmen

Foto 3: StS Barbara König und Vertreter*innen der Girls’Day aktiven Unternehmen Norbert Geyer, Geyer Umformtechnik GmbH, Michael Reichert, Anja Knop, Pepperl + Fuchs GmbH, Elena Ritchie, Google Deutschland GmbH, Isabel Heinemann, Arup Deutschland GmbH


 
 
 
 
 
 
 

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